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Dem Geheimnis auf der Spur

2 Wochen Therapiepause sind gestern zu Ende gegangen. War ein gutes Gespräch und kein EFT. Dazu kamen wir gar nicht, den wir haben die letzten 2 Wochen eben nachbesprochen. Und ich habe ihr einige Situationen geschildert.

 

In den letzten 4 Wochen hatten wir 5 Geburtstage in der direkten Familie (keine Freunde, Tanten, Cousinen). Für alle Geburtstage habe ich eine Karte gemalt, weil ich das so wollte. Male ich eine Karte, setzt das in mir den Zwang frei, das ich den anderen auch eine Karte malen muss, den sonst könnte er denken, er ist mir nicht so viel wert. Eine Karte vom Anfang zum Ende dauert zwischen 2 - 3 Stunden. Da kommen also schon ein paar Stündchen zusammen.

 

Vorigen Sonntag waren wir dann zum Geburtstag meiner Mama (ganz Corona-Koform weil alle Erwachsenen inzwischen geimpft sind) und am nächsten Tag die kleine Familienrunde für den Geburtstag meines Mannes bei uns.

 

Bei meiner Mama waren wir: 9 Erwachsene und 6 Kinder zwischen 1 - 9 Jahre. Ein (Alb)traum für mich. Viele parallele Gespräche am Tisch, lautes Spielen von fröhlichen oder mal weniger fröhlichen Kindern. Also wir am Abend platt zu Hause waren, ist mein Mann irgendwann beizeiten alleine Richtung Schlafzimmer maschiert. Ich habe noch Stunden gebraucht, um mein Reizüberflutetes Gehirn langsam herunterfahren zu können.

 

Der Geburtstag am Tag danach war ganz nach meinen Geschmack. 5 Erwachsene, keine Parallelgespräche und alles ruhig aber lustig. Da war am Abend dann auch keine Erholung und kein Herunterfahren für mich nötig.

 

Als ich das als Beispiel meiner Therapeutin beschrieben haben, flossen irgendwann auch die Tränen. Ich bin immer so schnell fertig, fühle mich gleich überfordert von den Umgebungsgeräuschen und überhaupt. Ich bin nicht normal, andere können das ab.

 

Sie geht ins Regal und drückt mir ein Buch in die Hand. Ich soll den Test im Buch machen, aber sie geht davon aus, das ich Hochsensibel bin. Mein Hirn hat den Schalter nicht, den es braucht, wenn zuviele Reize auf einmal oder zulange auf mich einprasseln. Den haben die meisten von uns, nur ca. 25 % der Menschheit hat ihn nicht.

 

Ich so: ah, noch was Neues. Noch was, was hinzukommt. Mein Mann denkt schön langsam, ich bin bekloppt. Erst Depression, dann die Essstörung und jetzt das Hochsensible. Als ob ich das suchen würde, mir einfach klauen würde, weil es mir gefällt so zu sein.

 

Sie dann: ne liebe Frau M., jetzt kommen wir der Sache einfach nur ein Stück weit näher. Das ist nicht "noch war" sondern das kann eine der Wurzeln sein, warum sie anfälliger für Depression und / oder Essstörung sind.

 

O.K.

 

Sie hat mir ein Buch in die Hand gedrückt, das anscheinend federführend in dem Bereich "Hochsensibel" ist. Ich soll es mir die kommenden Wochen durchlesen und einfach nur mal wertfrei sehen, ob da Übungen für mich dabei sind. Und auch, damit ich mich selbst und meine Reaktionen besser kennenlerne.

 

Wir könnten in dem Bereich ebenfalls mit ansetzten und für mich weitere Rituale erarbeiten, damit es eben erst garnicht oder viel seltener zu einer Reizüberflutung bei mir kommt. Das würde gegebenenfalls meine Essstörung und die Depressionsschübe positiv beeinflussen. Den mit dem Stopp der Reizüberflutung fällt ein weitere Grund weg, das die Mechanismen "Essstörung und Depression" bei mir auf den Plan ruft.

 

Guter Plan find ich!

Übrigens, die Kartenmalerei im Akkord, die mir mein Zwang aufgebrummt hat ... die ist mir auch viel zu viel geworden. Aber ich konnte aus dem Kreislauf nicht ausbrechen.

 

Malen entspannt mich im Normalfall und macht mir sehr, sehr viel Spass. Aber wenn es dann zum Zwang wird, ist der Erholungseffekt ja weg.

 

Ich habe mir daher eine neue Taktik zurecht gelegt. Ich möchte einfach nebenbei ein paar Karten auf Vorrat malen, so das ich nur noch ins Regal greifen muss.

 

Und ich will euch die gemalten Karten auch zeigen. Ich bin nämlich wahnsinning stolz auf die kleinen Meisterwerke. Es gibt glaube ich, keine einzige Karte, wo ich nicht gekleckert habe. Anfangs hat es mich echt genervt und ich war versucht, die wegzuwerfen. Perfektionismus halt.

 

Inzwischen betrachte ich die Kleckse als ein Zeichen der Einzigartigkeit! Ha, ich bin ein Schrittlein weiter.

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