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Wie eine leere Leinwand ...

Keine Ahnung warum mir das jetzt wieder in den Sinn gekommen ist. Aber manchmal wünsche ich mir, das mein Leben wie eine leere Leinwand ist und ich komplett neu beginnen könnte.

 

Aber halt, muss es den gleich das ganze Leben sein? Ist nicht jeder Tag eine leere Leinwand, wenn ich Morgens aufstehe? Kann ich sie den nicht jeden Tag gestalten, so wie ich möchte. Mag sein das mir manchmal bestimmte Muster vorgegeben (Termine) sind, aber ich habe immer noch die Hoheitsgewalt über die Farben, die ich benutzen möchte.

Ist mir Heute nach leuchtenden Farben oder fühle ich mich trübe. Und wenn ich mich trübe fühle, kann ich dann nicht mit Absicht leuchtende Farben aussuchen, auch wenn ich mich gerade nicht danach fühle?

 

So wie ich das in meinem Blogbeitrag von vor einigen Tagen beschrieben habe. Also das ich auch mal raus aus meiner Komfortzone gehe und Farben ausprobiere, die nicht zu meinen Lieblingsfarben zählen, oder die eben nicht meiner Gefühlslage entsprechen.

 

Kreatives kann man so, so gut auf die Gefühlslage legen und umgekehrt eben auch. Wenn meine Gefühlswelt beeinflussen kann, wie dunkel meine Farben und wie agressiv mein Muster wird, dann geht das auch den anderen Weg herum!

Ich habe in den letzten 2 Tagen erneut meine Komfortzone verlassen. Aus Aquarellblättern wurden kleine Keilrahmen aus dem Discounter zum ausprobieren.

 

And I like it!

Das fröhlich-dynamische Gewühle im Bild nebenan, das ist mein zweites Werk. Und es macht mehr und mehr Spass und es lehrt mich auch mehr und mehr. Es sprudelt und denkt in mir, ich kann es gar nicht beschreiben.

 

Auch das mit der Leinwand. Ich sehe es plötzlich so klar vor Augen! Und es tut mir so, so gut.

 

Ich hatte heute wieder einen Tag, da bin ich über ein Nuss-Nougat (kauf nie und nimmer die Samba-Creme, wenn du auf hochwertige Nuss-Nougat-Creme stehst und eine Naschkatze bist - SUCHTGEFAHR!) hergefallen. Gleich mal 3 richtig volle, gehäufte Teelöffel verspeist. Die Scham und das schlechte Gewissen danach, ich kann es nicht beschreiben. Ich habe mich soooooo sehr über mich selbst geärgert, dabei ist das überhaupt nicht nötig. Meine Unterbewusstsein hat sein Notprogramm "Essstörung" kurz angeworfen und dann war es auch schon wieder vorbei. Keine große Sache ansich, wenn man den Vorfall mal ernsthaft überdeckt und nichts, um in Panik zu gerade oder sich in Selbstvorfwürfen zu baden. Es ist geschehen, es ist vorbei, so what!

 

Den ich kann jede Minute meines Lebens als einen Neubeginn - als einen leeren Keilrahmen - sehen und sofort das Bild ändern. Andere Farben dazunehmen, das Muster verändern, wie auch immer.

 

Ich habe beim Abendessen dann zum Beispiel das halbe Brötchen liegen lassen, einfach weil ich satt war und ich nicht wieder dieses übervolle Gefühl in mir haben wollte. Ich habe das alte Bild von heute Nachmittag, mit dem kleinen Essanfall um eine neue, leuchtende, leichte Farbe erweitert und schon sieht das ganze Bild wieder fröhlich aus. Der Tag ist in meinem Hirn nun nicht als "Versager-Tag / Scheiß-Tag" abgespeichert, sondern als ein guter, ausgewogener Tag mit einen süßen Moment dazwischen.

Ja, das grün-gelb-weiß-schwarz wilde Bild, das war mein "Zweitlings-Werk" auf Leinwand.

 

Das rote hier unter dem Text, das war mein "Erstlings-Werk" auf Leindwand. Damit fing der andere, der neue, der ebenso aufregende Spass an.

Es sind noch DotPaining Elemente in mehr schwarz, gelb, rubinrot und orange hinzugekommen. Aber es hängt schon so friedlich an der Wand, ich will es gerade nicht mehr abnehmen. Es hat seine Heimat gefunden, so einfach.

Scheiss drauf, ich hab es an der Wand fotografiert. Ist zwar schief und schepps, aber das ist mir jetzt egal.

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